Grüner wird’s nicht!

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Eigentlich ist an der Ampel doch alles klar geregelt. Bei Rot muss ich halten, bei Grün darf ich fahren. Warum treten aber immer wieder Konflikte an Lichtzeichenanlagen auf?

Es gibt Ampeln für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer – diese bestehen meist aus Lichtzeichen in den Farben Grün, Gelb und Rot. Ampeln für Linienbusse und Straßenbahnen funktionieren mit weißem Licht und unterschiedlichen Symbolen. Grundsätzlich haben die Lichtsignale an Ampeln Vorrang vor den allgemeinen Vorfahrtsregeln, Verkehrszeichen und Fahrbahnmarkierungen. Erst beim Abschalten der Ampel treten diese in Kraft.

Die Bedeutung der einzelnen Phasen ist eigentlich jedem klar: Rot verbietet die Weiterfahrt, Gelb gibt den Wechsel der Ampelphase an und Grün gestattet die Weiterfahrt. Doch ganz so einfach ist es aber nicht.

Rote Ampel

Das rote Lichsignal untersagt die Weiterfahrt und es muss an der Haltelinie gehalten werden. Ausnahmen sind der sogenannte Grünpfeil oder ein Verkehrsposten, der andere Anweisungen gibt. Der Grünpfeil ist eine Ergänzung an die Lichtzeichenanlage und erlaubt das Abbiegen nach rechts trotz roten Lichtzeichens. Das gilt allerdings nur, wenn der abbiegende Fahrer zunächst an der Haltelinie angehalten hat und eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

Ein weiterer Sonderfall besteht, wenn sich ein Fahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn nähert. Hier kann es passieren, dass ein Fahrzeug an einer roten Ampel die Haltelinie überfahren muss, um Platz zu machen. Ansonsten gilt: wer die Haltlinie bei rot überfahrt, begeht einen Rotlichtverstoß. Wer das Fehlverhalten bemerkt und sofort nach Überfahren der Haltelinie anhält oder zurücksetzt, kann allerdings nur wegen Missachtung einer Haltelinie belangt werden. Ein echter Rotlichtverstoß mit Einfahren in die Kreuzung geht allerdings richtig ins Geld. Mindestens 90 Euro und 1 Punkt in Flensburg werden fällig, bei Gefährdung sogar 200 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot. Ist die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot, sind es sogar 320 Euro, 2 Punkte und ein Monat Fahrverbot bei Gefährdung!

Was aber tun, wenn die Ampelanlage dauerhaft das rote Signal zeigt? Zunächst einmal ist eine angemessene Zeit abzuwarten, um sicherzustellen, dass die Ampelanlage tatsächlich defekt ist. Danach können sich die beteiligten Verkehrsteilnehmer verständigen, wer fahren darf. Dies muss eindeutig mit Handzeichen geschehen, notfalls müssen sie einen Passanten um Hilfe bitten. Auf das Eintreffen der Polizei müssen Sie nicht warten, allerdings sollte jemand die defekte Anlage bei der örtlichen Polizeidienststelle melden.

Gelbe Ampel

Hier gibt es das meiste Streitpotential. Viele Autofahrer nutzen die Phase als verlängerte Grünphase und geben nochmal richtig Gas. Eigentlich darf aber bei Gelb nur weitergefahren werden, wenn mittleres Bremsen das Fahrzeug nicht mehr von der Haltelinie zum Stehen gebracht hätte. Bremst man bei Gelb stark ab, handelt man in aller Regel korrekt. Fährt ein nachfolgendes Fahrzeug auf, ist der Führer des auffahrenden Fahrzeugs der Hauptschuldige Unfallverursacher. Er muss genügend Sicherheitsabstand gewähren.

Wenn die Ampelanlage abgeschaltet ist, dann wird das durch das gelbe Blinklicht deutlich. Hier gelten wiederrum die ausgewiesenen Verkehrszeichen oder, wenn diese fehlen, die allgemeinen Vorfahrtsregeln (rechts vor links).

 Grüne Ampel

Das grüne Signal entbindet nicht von der Sorgfaltspflicht. Sind noch Verkehrsteilnehmer aus der vorherigen Ampelphase auf der Kreuzung? Dann haben diese Vorfahrt. Auch beim Abbiegen gilt besondere Aufmerksamkeit auf kreuzenden Gegenverkehr, Radfahrer und Fußgänger.

Springt die Ampel auf grün, aber der Vordermann fährt nicht los? Nicht hupen – denn das ist nicht erlaubt. Das grüne Signal erlaubt zwar die Weiterfahrt, aber verpflichtet nicht dazu. Der Fahrer vor Ihnen handelt also nicht gesetzeswidrig. Wenn man allerdings grundlos den Verkehr aufhält, kann verwarnt werden.

2018-11-05T10:39:15+00:00